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Die Kraft schamanischer Heilarbeit

Artikel für die Frühlingsausgabe Allgäu/Bodensee 2020 der Zeitschrift SALVE.

www.salve-gesund.de

Die Kraft schamanischer Heilarbeit

Copyright by
Klaus Roggors – Schamanischer Heiler und Seminarleiter, Musiker, System. Erlebnispädagoge
Daniela Benfer, Schamanische Heilerin und Seminarleiterin, Yogalehrerin, Heilpraktikerin, Kinesiologin

Manchmal geraten wir in unserem Leben in eine Krise und merken, dass wir dringend etwas verändern müssen. Wir spüren Freudlosigkeit, Depression und Belastungen, leiden an seelischen und emotionalen Problemen, chronischen Erkrankungen, sind in der Trauer gefangen oder befinden uns in Wandelzeiten, Beziehungskrisen und anderen Konflikten.
Wie kann uns hier schamanische Heilarbeit helfen und unterstützen? Welche Kraft und welche Möglichkeiten bilden die Grundlage dafür?

Schamanen und ihre Verbindung mit der universellen Kraft

 Das uralte Wissen der Schamanen, ihre Weltbilder, Rituale und Arbeitsmethoden zeigen, dass sie schon immer den Menschen in seiner Ganzheit betrachten, in seiner inneren Vielschichtigkeit, seiner Verbindung zu Menschen, Umfeld, Natur und Kosmos.
 Durch ihre Verbundenheit mit der schöpferischen Kraft des Universums und der Natur sind Schaman*innen Seher, Visionäre, Berater und Heiler. Sie sind Vermittler, Impulsgeber und Medium. Überbringer der Heilkraft, der universellen göttlichen Kraft und der ihr innewohnenden Intelligenz. Je mehr sie schamanische Tod- und Sterbeprozesse durchlebt, Selbsterkenntnis und Initiationen durchschritten haben, desto tiefer können sie sich in die Quellen des Heils verbinden und diese Wirkkräfte überbringen.

In schamanischen Trancezuständen tauchen sie ein in die Felder der Heilkraft, der Natur, in die Welten des unendlichen Bewusstseins und der göttlichen Kräfte. In ihren Ritualen verbinden sie den Klienten damit, denn Heilung findet in der Rückbindung an die All-Einheit statt. Diese spirituelle Ebene bildet die Grundlage schamanischer Heilarbeit.

 Schamanen arbeiten normalerweise nicht am Symptom. Sie versuchen den Klienten mit heilsamen Wirkkräften zu verbinden, sein System zu unterstützen und zu kräftigen, das Fundament für Heilung, Gesundung und Problemlösungen wieder herzustellen.

 Mit schamanischer Arbeit können Informationen und Erkenntnisse erlangt werden, Zusammenhänge hergestellt, Verbundenheit initiiert und Heilung erreicht werden. Schaman*innen treffen sich mit ihren Spirits, den Ahnen, Verbündeten, Tier- und Pflanzenwesen. Diese fragen sie um Rat und Hilfe. So bekommen sie eine übergeordnete Perspektive, um zu erkennen, was die Ursachen der Probleme sind und was zu tun ist, um Wandlung, Heilung und Stärkung zu erreichen. Sie erhalten Hinweise für anzuwendende Rituale und Heilmethoden.

 Weiterhin bekommen sie Informationen vom System des Klienten – von seiner Seele, seinem Geist, Körper und Energiefeld. Über energetische, biographische, familiäre, traumatische Themen, Blockaden und hinderliche Muster, über Probleme aus früheren Leben und aus den genetischen Ahnenreihen.

 Schamanische Heilmethoden 

Es gibt es sehr viele – ob einfach oder vielschichtig. Sie wirken auf die Seele, die Psyche, den Körper, den Geist, das Energiesystem des Klienten. Sie verbinden ihn mit der Gemeinschaft, der heilen Ahnenkraft, mit der Natur und der spirituellen Welt. Etliche könnte man vorstellen, wie z.B. die Arbeit mit Kraftorten, Naturkräften und Bäumen, Krafttieren, den Chakren oder der Sternenkraft. Die im Folgenden aufgezählten Methoden sind die zentralen Pfeiler schamanischer Heilarbeit.

Rituale
Sie stellen einen heilenden, heiligen Raum her. Sie lenken die Energie, bauen Kraftfelder auf, fokussieren und verbinden uns mit der universellen Heilkraft, der Natur und den Ahnen. Sie verbinden uns mit Mutter Erde und Vater Himmel. Sie geben Bedeutung, Manifestation und Gestaltungskraft, sie vertiefen die Qualität der Heilhandlung. Und sie schaffen Beziehung und Gemeinschaft – mit den Menschen und der Anderswelt. Oft beruhen sie auf wirkungsvollen Techniken und Ritualen, die wir einst von den Spirits bekommen haben. Eine ganz eigene Gruppe bilden dabei Heilrituale mit psychogenen Meisterpflanzen.

Wichtige Bestandteile sind auch immer Gesänge, Lieder, Mantren, Musik, Bilder, Symbole, Kraftgegenstände, Tänze, Texte und Gebete, um die Wirk- und Heilkräfte zu übertragen und Erkenntnisse zu generieren.

Extraktion
Der Schamane kann durch Extraktion – schamanische „Chirurgie“ – u.a. Verflechtungen, Blockaden und Besetzungen lösen, Fremdenergien oder Flüche entfernen und das Energiesystem wieder öffnen.

Seelenrückholung
Aus schamanischer Sicht können Anteile unserer Seele und unserer Kraft durch Traumata, Unfälle, Narkosen, Schock, Erziehung, pränatale Erfahrungen, Geburt, Beziehungskonflikte, Familien- Karma- und Ahnenstruktur abhanden kommen. Diese gilt es zurückzuholen, um unsere Kraft und das Potential unserer Seele wieder erfahr- und verfügbar zu machen.

Ahnenarbeit
Die Harmonisierung zwischen den Lebenden und Verstorbenen. Oft ist unser System mit Energien belegt, die nicht zu uns gehören, aber wir tragen sie als einen Rucksack ungelöster Themen aus unseren Ahnenreihen. Denn ein häufiger Grund vieler Probleme liegt in den von Generation zu Generation weitergegebenen privaten Schicksalsschlägen und gesellschaftlichen Traumen. Zur Arbeit mit den Ahnen gehört auch das Seelengeleit – die Begleitung und Verabschiedung der Seelen Verstorbener, damit diese ihren Frieden finden und aus der Gemeinschaft treten oder mit ihr in Kontakt bleiben können.

Die Erzählungen
Reiseerlebnisse der Schamanen spielen eine wichtige Rolle, fassen sie das Geschehen für den Klienten doch in Worte, Geschichten und Bilder.

Das Eigenerleben des Klienten
Eine weitere Ebene schamanischer Heilkraft öffnet sich bei schamanischen Reisen des Klienten. Die Kraft innerer Bilder, die Verlagerung der Wahrnehmung aus dem Verstand auf andere Ebenen schafft intensive Erfahrungen, wie man sie sonst selten macht. Diese Arbeit im Unbekannten, in der Tiefe der Seele, der Psyche und der Gefühle berührt und ermöglicht sehr tief gehende Erlebnisse.

Die Kraft schamanischer Heilarbeit

kommt also aus verschiedenen, miteinander verbundenen Quellen, u.a.
– von der schöpferischen Kraft des Universums, den Göttern und Göttinnen, den heilenden      Ahnenkräften, Verbündeten und Wesenheiten, Energien und Wirkungsfeldern
– aus den materiellen und spirituellen Wirklichkeiten der Natur
– durch den heilenden, heiligen Raum und die spirituelle Ebene
– über das Eigenerleben des Klienten
– über die Arbeit der Schamanen, die Tiefe ihrer Trance, die Breite ihrer Verbindung in die Welt der Spirits, ihre Fähigkeit der Informationsbeschaffung, Kraftübertragung und die Palette ihrer schamanischen Rituale und Arbeitsmethoden

Diese Kraft ist für jeden Menschen da und jeder Mensch hat Zugang zu den schamanischen Welten. Dieses uralte Wissen verbreitet sich immer mehr und wird gerade in unserer heutigen Welt dringender denn je gebraucht.